Beinahe vom Reh überrannt – Wildnisbasiskurs im Mai

Beinahe vom Reh überrannt – Wildnisbasiskurs im Mai

Ja, wir wurden tatsächlich beinahe von einem Reh überrannt beim Wildnisbasiskurs im Mai! Aber von Anfang an.

Wir waren diesmal eine kleine Runde beim Kurs. Zu Viert machten wir uns auf den Weg, die Geheimnisse und Geschenke der Natur zu erkunden und dabei neue (alte) Fähigkeiten in uns selbst zu entdecken.

Feuer machen Material

Es wurde Feuer gemacht, ohne Streichholz und Feuerzeug, ein Zwei-Personen-Notunterschlupf entstand, es gab leckeres Essen verfeinert mit wilden Kräutern und Blättern von einheimischen Bäumen und gegessen wurde dieses am letzten Tag natürlich aus der selbst gebrannten Holzschüssel.

 

2-Personen-Unterschlupf
2-Personen-Unterschlupf

Glutbrennen 2

 

 

 

 

 

 

Um den Geheimnissen der Spuren am Boden auf den Grund zu gehen, unternahmen wir eine Wanderung durch die Wälder der Umgebung. Wir stießen auf Rehbetten und fanden verschiedene Tierhaare, die dann intensiv miteinander verglichen wurden. Ein Büschel Haare war besonders mysteriös. Es handelte sich um recht dicke Borsten. Die Teilnehmer gingen mit ihren Augen ganz nah heran und identifizierten das Büschel als Wildschweinhaar, aufgrund seiner Dicke. Dann beim Einsammeln zum späteren Vergleich kam eine große Überraschung. Dieses Wildschwein musste eine extreme Langhaarfrisur getragen haben (oder Extensions?), jedenfalls hatten unsere TeilnehmerInnen am Ende ein 50 cm langes Stück „Wildschweinhaar“ in den Händen. Der Abbrenntest verriet dann auch eindeutig, dass es sich nur um künstliche Extensions aus Plastik handeln konnte 😉 Hatten wir doch tatsächlich mitten im Wald ein Stück Plastikseil ausgegraben.

 

Rehbett mit Haaren
Rehbett mit Haaren

Ein Stück weiter kamen wir an eine wunderbar matschige Stelle mit verschiedenen Spuren darauf. Mit den Gesichtern nah am Boden rätselten die TeilnehmerInnen, ob es sich um Reh oder Wildschwein handelte, wohin die Tiere sich bewegten und wie alt die Spuren wohl sein könnten. Wir waren alle so vertieft und mit unserem Fokus auf dieser Stelle am Boden (selbst unsere Hündin war völlig entspannt und dösig), dass wir erst sehr spät bemerkten, dass etwas auf uns zu gerannt kam. Und dieses Etwas bzw. zwei davon haben uns auch erst sehr spät registriert. Zwei Rehe tauchten auf, scheinbar liefen sie vor etwas davon, was ihnen unterhalb des Hanges begegnet war. Eins schaffte es ca. 10 m vor uns abzudrehen und in eine andere Richtung weiter zu laufen. Das Zweite dagegen war so verwirrt und nicht mehr in der Lage zu stoppen, dass es tatsächlich mitten durch unsere Gruppe lief, oder vielmehr sprang. Und dabei stieß es sein tiefes Bellen aus! Am Abend zuvor hatten die TeilnehmerInnen dieses Bellen gehört und konnten es nicht zuordnen. Jetzt war das Rätsel ganz eindeutig gelöst! Vielen Dank lieber Coyote!

Als wir uns alle von ersten Schreck erholt hatten, offenbarte sich ein weiteres Geschenk dieses Rehs an uns. Wir hatten die Chance ganz frische Spuren eines flüchtenden Rehs, das sogar einen Sprung hingelegt hatte, anzuschauen, die Bewegungen des Rehs darin zu suchen und mit den anderen Spuren vor Ort zu vergleichen. Wow! Eine Fülle an Inspiration eröffnete sich in diesem Moment! Dieses Reh war natürlich das ganze restliche Wochenende Thema in der Gruppe! Vielen Dank an dich, Reh, dass du uns ein Stück weit in deine Geheimnisse hast eintauchen lassen!

Räucherschale

Habt ihr auch schon einmal solch Begegnungen mit dem Coyoten gemacht? Also tolle inspirierende Erlebnisse mit Tieren oder Pflanzen gehabt? Dann teilt sie gern mit uns in den Kommentaren!

 

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Warum wir es lieben mit unserem Bus unterwegs zu sein

Warum wir es lieben mit unserem Bus unterwegs zu sein

In der ersten Osterferienwoche machten wir uns auf den Weg zu einem Auftrag in der Nähe von Bremen. Dort fand ein wildnispädagogisches Ferienprojekt statt. Das war eine Entfernung von über 450 km. Also waren wir zwei Tage recht gemütlich unterwegs. Warum wir zwei Tage brauchen für 450 km? Unser Bus ist nicht der Schnellste! Wir fahren nur Landstraßen, keine Autobahnen und da bringt unser Bus im Durchschnitt 50 km/h. Das klingt für manche von euch vielleicht super anstrengend, aber wir empfinden das überhaupt nicht so. Im Gegenteil! Wenn ich in den Bus einsteige und er bei uns vom Hof rollt, entspanne ich augenblicklich. Es ist, als ob alle Last, die mit dem Alltag am Wohnort verbunden ist, einfach abfällt. Und durch dieses langsame Reisen, sehen wir so viel mehr von der Landschaft, durch die wir kommen. Auf dieser Fahrt nach Bremen haben wir unzählige Fasane entdeckt, Tiere die wir sonst kaum zu Gesicht bekommen. Ich sehe seit wir mit dem Bus unterwegs sind überall und ständig Falken, was mich natürlich anregt mich mit diesen Vögeln näher zu beschäftigen. In meinem Leben haben vorher Falken kaum eine Rolle gespielt und nun sind sie ständig da und scheinen mich auf unseren Reisen zu begleiten. Was das wohl bedeuten mag?

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Jedenfalls ist mir auf dieser zweitägigen Fahrt nach Bremen noch einmal sehr bewusst geworden, warum wir mit dem Bus so gern unterwegs sind!

Am Ende der ersten Tagesetappe haben wir für die Übernachtung ein wunderbares Stück Erde entdeckt. Waldarbeiter hatten eine relativ breite Zufahrt ca. 200m in den Wald hinein geschaffen, um dort Holz zu ernten und aufzustapeln. Am Ende dieser Zufahrt gab es eine kleine Wendeschleife, perfekt zum Drehen und stehen bleiben! Es war Samstagabend, der Wald war menschenleer! Beim Aussteigen vielen mir die Pflanzen auf, die den kompletten Waldboden vor uns bedeckten. Beim näheren Hinsehen entpuppten sich diese Pflanzen tatsächlich als ein Meer aus Bärlauch! Ich hatte noch nie so viel Bärlauch auf einmal gesehen! Soweit wir blicken konnten, alles voller Bärlauch! Unsere Kids sind dann erst mal pflücken und mampfen gegangen. Ich habe mich natürlich vorher davon überzeugt, dass dort wo sie gepflückt haben, tatsächlich nur Bärlauch stand. Und gerade meine große Tochter ist auch schon ziemlich sattelfest, was das bestimmen von essbaren Pflanzen betrifft. Zum Abendessen gab es dann einen großen Salat mit ganz viel Bärlauch. Mmmmm!

  Würstchen grillen

 

Während ich mit den Kids noch Salat schnippelte, baute uns Toralf eine kleine Feuerstelle auf (auf dem Kiesweg) und bereitete Feuerholz vor. Unser kleiner Sohn machte sich dann mit einer Säge bewaffnet ans Feuerholz klein sägen. So saßen wir gemütlich auf Fellen um unser kleines Feuerchen herum, aßen Salat und grillten Würstchen am Stock. Und ich bekam endlich die Gelegenheit mit Kamera und Stativ einige Feuerbilder-Experimente zu machen. Es war wunderbar entspannt und gemütlich. Am nächsten Morgen hörten wir den Gesang der Vögel, sammelten noch etwas Bärlauch für die nächsten Tage, verwischten unsere Spuren und fuhren weiter nach Norden.

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Tag 2

Es war, wie am Tag zuvor schönster Sonnenschein. Bei einer kleinen Pause am Waldrand stieß ein Radfahrer zu uns und sprach uns an. Er ist hier heimisch und war auch eine Zeitlang mit Wohnmobil unterwegs und fragte, ob er uns einen Tipp geben darf. Klar darf er! Noch ein Stück weiter in unsere Fahrtrichtung gäbe es einen wunderschönen Parkplatz mit Blick über die Heide. Den sollten wir unbedingt mal besuchen. Eine wirklich nette Begegnung und ein toller Tipp! Wir fuhren zur beschriebenen Stellen und waren begeistert. Der Weg dorthin führte fast einen Kilometer auf einem befestigten Sandweg durch den Wald. Oben angekommen öffnete sich der Blick auf eine weite Heidelandschaft. Wunderschön! Die Heide blühte zwar noch nicht und sah noch recht grau aus, aber trotzdem wunderschön! Die Kids zogen gleich los zum Spielen. Immer wieder kamen Kutschen und Reiter vorbei, was für die drei natürlich auch spannend war.

Heide im April IMG_1126

Wir hatten uns gerade zum Essen (gebratenes Brot mit Würstchen) an einen der Tische vor Ort gesetzt, da kam ein kleiner Transporten angefahren mit der Werbung eines Catering-Service drauf. Heraus kam ein nett aussehender Mann und band sich eine Schürze um. Die Kids wurden ganz unruhig und begannen zu flüstern: „Kann man da was leckeres kaufen?“ „Gibt es da Kuchen?“ Toralf sprach den Mann an und gab die Fragen der Kinder weiter. Es stellte sich heraus, dass er an diesem Nachmittag eine 50 köpfige Gruppe, die mit Kutschen ankommen würde, verköstigen soll. Die Kids waren ein wenig enttäuscht. Sie hatten sehr gehofft, dass wir ein Stück Kuchen kaufen könnten. Wir beobachteten den Mann beim Aufbauen und widmeten uns wieder unserem Essen. Und dann geschah das Highlight des Tages: Der Mann kam mit zwei gefüllten Tellern zu uns. Er brachte uns mit einem Grinsen im Gesicht Kuchen! Leckeren, saftigen Kirschkuchen! „Das fällt nicht auf, wenn die paar Stücke fehlen.“ Meinte er. Das war ein tolles Erlebnis für uns alle! Diese Begegnungen, erst mit dem Radfahrer, der uns ja überhaupt erst dort hin geführt hatte, dann mit diesem netten Kuchenherren. Und dann sprach uns noch ein älteres Paar an. Wir sollten unbedingt noch einmal kommen, wenn die Heide blüht! Und als die Kutschgäste da waren, ihren Kuchen aßen und die Kutschen leer waren, durften unsere drei Kids auf eine der Kutschen klettern und haben sich alles erklären lassen.

Kind auf Stein Runja liegt

Das waren zwei rundherum gelungene Reisetage. Darum lieben wir es mit unserem Bus, ganz langsam unterwegs zu sein!

Kennt ihr das auch? Dieses tolle Gefühl von Freiheit und diese tollen Begegnungen unterwegs? Über eure Berichte in den Kommentaren freue ich mich schon!

Viele Grüße,

Anja

 

Diese Bücher und CDs begleiten uns zur Zeit unterwegs.

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Sich in der Natur zuhause fühlen – Wildnisbasis I

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Die Verbindung mit Mutter Natur vertiefen?  Kraft für den Alltag tanken? Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen, die es ermöglichen, für sich selbst zu sorgen?

Dieser Kurs gibt dir die Möglichkeit zu dir und deiner inneren Natur zu kommen. Wahrnehmungsübungen werden deine Sinne schärfen, das Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten kann wachsen. Du lernst, wie du mit einfachen Mitteln in Harmonie mit der Natur leben kannst.

Es handelt sich hier nicht um ein hartes Survivaltraining!

Inhalt

  • Feuer machen mit neuen und alten Techniken

  • Bau einer einfachen Schutzbehausung

  • Wasseraufbereitung

  • Wahrnehmungs- und Sinnesübungen

  • Spuren finden und deuten

  • Essbare Pflanzen bestimmen und verarbeiten

  • Geschirr mit Hilfe des Feuers anfertigen (Glutbrennen)

  • Schleichen und Naturbeobachtung

  • Bogen schießen

  • Naturhandwerk, Schnitzen

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Termin: 14.10. – 16.10.2016

Ort: 07646 Weißbach (SHK)

Preis: 120€ + 40€ UVP (Verpflegung überwiegend aus kontrolliert biologischer Erzeugung)

Anmeldung: per Mail buero@waldmaerchen.de

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Wir arbeiten nach den Lehren und der Philosophie von Tom Brown jr. In folgenden Büchern könnt ihr darüber nachlesen. Sie sind sehr empfehlenswert, aber teilweise leider nicht mehr so einfach zu bekommen.