Ein Busdorf und die kleinen Wunder am Ostseestrand

Ein Busdorf und die kleinen Wunder am Ostseestrand

Nach dem Schulfrei Festival haben wir uns entschieden noch einmal hoch an die Ostsee zu fahren. Wir waren nun schon so nah dran, die Gelegenheit wollten wir nutzen. Spontan entschieden noch zwei befreundete Familien, sich uns anzuschließen. Wir trafen uns also in Barendorf, Nähe Dassow auf einem Strandparkplatz. Hier standen wir schon mehrere Male. Ich finde den Strand hier wunderschön und wenn man nicht gerade in der Hauptsaison hier auftaucht, trifft man nur Menschen, die mit Hund spazieren gehen oder bei entsprechendem Wind ein paar Kitesurfer.

So war es auch dieses Mal. Der Parkplatz war weitestgehend leer bis auf unsere drei Busse. Das Wetter war unglaublich spannend. Ungefähr im ein- bis zwei-Stunden-Takt wechselten sich Sonne und Regen ab. Und dazwischen gab es immer wieder unglaubliche Lichtstimmungen!

Krabbenpanzer im Abendlicht

 

Regentropfen im Sonnenuntergang

Das Schöne, am gemeinsam unterwegs sein mit anderen Familien ist, dass die Kids uns Eltern nicht ständig brauchen! Die waren zusammen am Strand unterwegs, haben gebadet, Burgen gebaut, ihre Strandbüros eingerichtet, Räuberbanden verfolgt und vieles mehr. Es ist so schön, dabei zuzuschauen! Manchmal waren sie in kleineren Gruppen von 3 bis vier Kids unterwegs, manchmal alle 8 zusammen. Gerade unsere Kids genießen diese Art des ungezwungenen Zusammensein sehr!

Kids am Strand

Von den Erwachsenen hat immer jemand abwechselnd ein Auge auf die Kids gehabt, so dass jeder sich auch mal Auszeiten nehmen konnte. Herrlich! Ich habe die freien Zeiten genutzt und habe mit meiner Kamera den Strand erkundet. Auch hier bin ich auf die verschiedensten Insekten und Spinnen gestoßen. Die Naturfotografie im Makrobereich ist so faszinierend! Ich entdecke immer wieder neue Details in den Schöpfungen von Mutter Natur! Seien es die Farben von Schmetterlingsflügeln, das ausdrucksvolle Gesicht einer Spinne oder die Reflexionen von Licht in Wassertropfen. Diese Details ziehen mich mit ihrer Schönheit total in ihren Bann! Ich kann stundenlang auf Knien in einer Wiese (oder am Strand) hocken und die vielfältigsten Insekten oder Pflanzenstrukturen aus allen möglichen Perspektiven ablichten! Klar braucht es bei schnellen Insekten auch viel Geduld, aber bei diesen Motiven packt mich regelrecht der Jagdtrieb. Ich pirsche mich an und warte auf den Moment, wo alles stimmt und ich nur noch auslösen muss. Das ist etwas, worin ich total versinken kann!

(noch) unbestimmte Spinne am Strand

 

Fliege, die auch noch bestimmt werden muss

In der gemeinschaftlichen Zeit haben wir ausgiebig gequatscht, zusammen gekocht und gegessen. Es gab mehrfach selbst gesammeltes Kompott aus Sandorn, Holunder- und Brombeeren. Verfeinert mit Agavendicksaft und Sahne ein Genuss! Und reich an Vitaminen!

Sanddorn

Es war wirklich schön, wie in einem kleinen Busdorf diese drei Tage dort zu verbringen. Zurück Daheim habe ich es sehr vermisst! Aber ich denke, dass wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir mit anderen Familien unterwegs sein werden. Ich denke, es war eine Bereicherung für alle und läd ein zu mehr!

Zusammensein

Habt ihr ein kleines „Dorf“ von Gleichgesinnten um euch? Wünscht ihr euch das auch für euren Alltag? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

 

 

 

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Ausflugstipp mit Kindern in Värmland – Schweden

Ausflugstipp mit Kindern in Värmland – Schweden

Ihr sucht ein Ausflugsziel mit Kids im schönen schwedischen Värmland? Wir haben bei unserer Schwedenreise einen tollen Ort entdeckt! Und das Ganze auch noch ohne Eintrittspreis (außer bei besonderen Veranstaltungen)!

Mariebergsskogen

Beim Erkunden von Karlstad, am nördlichsten Zipfel des Vänern entdeckten wir „Mariebergsskogen – Karlstads Stadspark“.

Ein sehr weitläufiges Gelände mit Wiesen, Wald, verschiedenen Spielplätzen und einem kleinen Bauernhof mit Streichelgehege. Und vor dem Haupteingang gibt es einen riesigen Parkplatz, auf dem man auch mit einem Wohnmobil bequem parken kann.

Als wir das Gelände durch die großen Tore vom Treffenbergsvägen aus betraten, musste natürlich erst mal jemand aufs Klo! Wie das so ist, mit den Kids. Die sanitären Anlagen waren in einem Topzustand! Wie in Schweden üblich hat man auch kleine Hocker, damit die kleineren Kids sich selbstständig die Hände waschen können. Nachdem diese Bedürfnisse dann erfüllt waren, entdeckte unsere Bande den ersten Spielplatz. Schaukeln, Klettergeräte, Sand – hier blieben wir erst mal eine Weile.

Kinderbauernhof – Lilla Marieberg

Dann wollte unsere große Tochter endlich die Tiere sehen! Es gab mehrere Außenausläufe mit typischen Bauernhoftieren. Schafe, Ziegen, Kaninchen, Hühner, Gänse. Die Ziegen konnte man auch streicheln, wenn sie das denn wollten. In verschiedenen Stallgebäuden gab es Innenvolieren mit exotischen Vögeln, Aquarien und Anlagen für Degus und Meerschweinchen.

Kaninchenhaus
Kaninchenhaus
Ziege in Lilla Marieberg
Ziege in Lilla Marieberg
Streichelgehege
Streichelgehege

 

Vom Essen und Möwen

Nach intensiver Tierbetrachtung  musste etwas zu Essen her! Hier hat man die Wahl zwischen verschieden Cafés und einem Kiosk direkt am Wasser. Wir entschieden uns für den Kiosk und es sollte Eis und ein Würstchen geben. Das Würstchen wollte ich selbst mal probieren, doch leider sollte ich hungrig bleiben. Ich war noch beim Bezahlen, als Toralf mit dem Einkauf schon mal eine der zahlreichen Bänke besetzen wollte. Als ich mich umdrehte stand er da umkreist von mindestens 10 Möwen. Sie stritten sich darum, wer nun das heruntergefallene Würstchen bekommen sollte. Kurz zuvor hatte eine Möwe Toralf von hinten das Würstchen aus der Hand geklaut, es dann aber fallen gelassen. Also, wenn ihr dort Würstchen kauft, versteckt es gut und tragt es nicht offen herum! Ihr habt sonst keine Chance! Auf Eis stehen die Möwen dort glücklicherweise nicht! Ich bekam dann eben Brot und Wurst aus unserem Bus.

Spielplätze, Piraten und ein Vogelbeobachtungsturm

Während wir Eltern noch aßen, probierten die Kids den kleinen Klangspielplatz aus und kreierten spannende Musikstücke.

Danach ging es zum „Schiffsspielplatz“! Auf dem großen Holzschiff wurden die Kids zu Piraten und entdeckten neue Inseln mit Schätzen. Was sie allerdings bedauert haben, war, dass sie kaum Kontakt zu anderen Kindern aufbauen konnten. Da war die Sprachbarriere leider zu hoch.

Nachdem alle Piraten wieder an Land bei uns waren, erkundeten wir gammla skogen – den alten Wald. Dabei kamen wir am Naturum vorbei, wo es u.a. Ausstellungen zu Schwedens Natur gibt. Wir sind allerdings nicht rein gegangen. Den Kids war mehr nach rennen und Wald erkunden zumute.

Wald erkunden
Wald erkunden
alte Fichte
alte Fichte

 

 

 

 

 

 

 

An einer Wegkreuzung entdeckten wir den Hinweis auf einen Vogelbeobachtungsturm. Den wollten wir uns auf jeden Fall anschauen! Dorthin gelangte man über einen langen Holzsteg, der durch ein Meer aus Schilf führte. Vom Turm aus hatte man eine tolle Aussicht! Ich hatte allerdings mächtig Probleme mit den Treppen dort! Es waren Gittertreppen, durch die man durchschauen konnte. Hochwärts ist das ja nicht so schlimm. Da schaut man einfach nicht runter. Aber Abwärts war das nicht toll! Ich hatte die Kleine auf dem Rücken und musste schauen, wo ich hintrete. Ich musste also gezwungenermaßen immer in die Tiefe schauen! Das ist gar nichts für mich mit meiner Höhenangst!

Zurück im Wald entdeckten wir Gammelgården, eine Ansammlung alter Hütten, wie sie zu früheren Zeiten typisch waren in den schwedischen Siedlungen.

Nun waren wir schon viele Stunden in Mariebergsskogen unterwegs, der Bauernhof hatte schon geschlossen, die Kids drehten noch eine letzte Runde über den Spielplatz und dann verließen wir müde und zufrieden den Park.

Wir werden beoabachtet
Wir werden beobachtet
Müde und zufrieden
Müde und zufrieden

 

 

 

 

 

 

 

Wenn wir mal wieder in der Gegend sind, werden wir hier mit Sicherheit wieder herkommen!

Alle Infos auf Schwedisch findet ihr auf der folgenden Homepage: http://www.mariebergsskogen.se/

Auf Deutsch könnt ihr hier etwas darüber lesen: http://www.schwedentipps.se/vaermland/mariebergsskogen/

 

 

Diese Lieder und Geschichten haben uns auf unserer Reise begleitet:

 

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Beinahe vom Reh überrannt – Wildnisbasiskurs im Mai

Beinahe vom Reh überrannt – Wildnisbasiskurs im Mai

Ja, wir wurden tatsächlich beinahe von einem Reh überrannt beim Wildnisbasiskurs im Mai! Aber von Anfang an.

Wir waren diesmal eine kleine Runde beim Kurs. Zu Viert machten wir uns auf den Weg, die Geheimnisse und Geschenke der Natur zu erkunden und dabei neue (alte) Fähigkeiten in uns selbst zu entdecken.

Feuer machen Material

Es wurde Feuer gemacht, ohne Streichholz und Feuerzeug, ein Zwei-Personen-Notunterschlupf entstand, es gab leckeres Essen verfeinert mit wilden Kräutern und Blättern von einheimischen Bäumen und gegessen wurde dieses am letzten Tag natürlich aus der selbst gebrannten Holzschüssel.

 

2-Personen-Unterschlupf
2-Personen-Unterschlupf

Glutbrennen 2

 

 

 

 

 

 

Um den Geheimnissen der Spuren am Boden auf den Grund zu gehen, unternahmen wir eine Wanderung durch die Wälder der Umgebung. Wir stießen auf Rehbetten und fanden verschiedene Tierhaare, die dann intensiv miteinander verglichen wurden. Ein Büschel Haare war besonders mysteriös. Es handelte sich um recht dicke Borsten. Die Teilnehmer gingen mit ihren Augen ganz nah heran und identifizierten das Büschel als Wildschweinhaar, aufgrund seiner Dicke. Dann beim Einsammeln zum späteren Vergleich kam eine große Überraschung. Dieses Wildschwein musste eine extreme Langhaarfrisur getragen haben (oder Extensions?), jedenfalls hatten unsere TeilnehmerInnen am Ende ein 50 cm langes Stück „Wildschweinhaar“ in den Händen. Der Abbrenntest verriet dann auch eindeutig, dass es sich nur um künstliche Extensions aus Plastik handeln konnte 😉 Hatten wir doch tatsächlich mitten im Wald ein Stück Plastikseil ausgegraben.

 

Rehbett mit Haaren
Rehbett mit Haaren

Ein Stück weiter kamen wir an eine wunderbar matschige Stelle mit verschiedenen Spuren darauf. Mit den Gesichtern nah am Boden rätselten die TeilnehmerInnen, ob es sich um Reh oder Wildschwein handelte, wohin die Tiere sich bewegten und wie alt die Spuren wohl sein könnten. Wir waren alle so vertieft und mit unserem Fokus auf dieser Stelle am Boden (selbst unsere Hündin war völlig entspannt und dösig), dass wir erst sehr spät bemerkten, dass etwas auf uns zu gerannt kam. Und dieses Etwas bzw. zwei davon haben uns auch erst sehr spät registriert. Zwei Rehe tauchten auf, scheinbar liefen sie vor etwas davon, was ihnen unterhalb des Hanges begegnet war. Eins schaffte es ca. 10 m vor uns abzudrehen und in eine andere Richtung weiter zu laufen. Das Zweite dagegen war so verwirrt und nicht mehr in der Lage zu stoppen, dass es tatsächlich mitten durch unsere Gruppe lief, oder vielmehr sprang. Und dabei stieß es sein tiefes Bellen aus! Am Abend zuvor hatten die TeilnehmerInnen dieses Bellen gehört und konnten es nicht zuordnen. Jetzt war das Rätsel ganz eindeutig gelöst! Vielen Dank lieber Coyote!

Als wir uns alle von ersten Schreck erholt hatten, offenbarte sich ein weiteres Geschenk dieses Rehs an uns. Wir hatten die Chance ganz frische Spuren eines flüchtenden Rehs, das sogar einen Sprung hingelegt hatte, anzuschauen, die Bewegungen des Rehs darin zu suchen und mit den anderen Spuren vor Ort zu vergleichen. Wow! Eine Fülle an Inspiration eröffnete sich in diesem Moment! Dieses Reh war natürlich das ganze restliche Wochenende Thema in der Gruppe! Vielen Dank an dich, Reh, dass du uns ein Stück weit in deine Geheimnisse hast eintauchen lassen!

Räucherschale

Habt ihr auch schon einmal solch Begegnungen mit dem Coyoten gemacht? Also tolle inspirierende Erlebnisse mit Tieren oder Pflanzen gehabt? Dann teilt sie gern mit uns in den Kommentaren!

 

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Warum wir es lieben mit unserem Bus unterwegs zu sein

Warum wir es lieben mit unserem Bus unterwegs zu sein

In der ersten Osterferienwoche machten wir uns auf den Weg zu einem Auftrag in der Nähe von Bremen. Dort fand ein wildnispädagogisches Ferienprojekt statt. Das war eine Entfernung von über 450 km. Also waren wir zwei Tage recht gemütlich unterwegs. Warum wir zwei Tage brauchen für 450 km? Unser Bus ist nicht der Schnellste! Wir fahren nur Landstraßen, keine Autobahnen und da bringt unser Bus im Durchschnitt 50 km/h. Das klingt für manche von euch vielleicht super anstrengend, aber wir empfinden das überhaupt nicht so. Im Gegenteil! Wenn ich in den Bus einsteige und er bei uns vom Hof rollt, entspanne ich augenblicklich. Es ist, als ob alle Last, die mit dem Alltag am Wohnort verbunden ist, einfach abfällt. Und durch dieses langsame Reisen, sehen wir so viel mehr von der Landschaft, durch die wir kommen. Auf dieser Fahrt nach Bremen haben wir unzählige Fasane entdeckt, Tiere die wir sonst kaum zu Gesicht bekommen. Ich sehe seit wir mit dem Bus unterwegs sind überall und ständig Falken, was mich natürlich anregt mich mit diesen Vögeln näher zu beschäftigen. In meinem Leben haben vorher Falken kaum eine Rolle gespielt und nun sind sie ständig da und scheinen mich auf unseren Reisen zu begleiten. Was das wohl bedeuten mag?

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Jedenfalls ist mir auf dieser zweitägigen Fahrt nach Bremen noch einmal sehr bewusst geworden, warum wir mit dem Bus so gern unterwegs sind!

Am Ende der ersten Tagesetappe haben wir für die Übernachtung ein wunderbares Stück Erde entdeckt. Waldarbeiter hatten eine relativ breite Zufahrt ca. 200m in den Wald hinein geschaffen, um dort Holz zu ernten und aufzustapeln. Am Ende dieser Zufahrt gab es eine kleine Wendeschleife, perfekt zum Drehen und stehen bleiben! Es war Samstagabend, der Wald war menschenleer! Beim Aussteigen vielen mir die Pflanzen auf, die den kompletten Waldboden vor uns bedeckten. Beim näheren Hinsehen entpuppten sich diese Pflanzen tatsächlich als ein Meer aus Bärlauch! Ich hatte noch nie so viel Bärlauch auf einmal gesehen! Soweit wir blicken konnten, alles voller Bärlauch! Unsere Kids sind dann erst mal pflücken und mampfen gegangen. Ich habe mich natürlich vorher davon überzeugt, dass dort wo sie gepflückt haben, tatsächlich nur Bärlauch stand. Und gerade meine große Tochter ist auch schon ziemlich sattelfest, was das bestimmen von essbaren Pflanzen betrifft. Zum Abendessen gab es dann einen großen Salat mit ganz viel Bärlauch. Mmmmm!

  Würstchen grillen

 

Während ich mit den Kids noch Salat schnippelte, baute uns Toralf eine kleine Feuerstelle auf (auf dem Kiesweg) und bereitete Feuerholz vor. Unser kleiner Sohn machte sich dann mit einer Säge bewaffnet ans Feuerholz klein sägen. So saßen wir gemütlich auf Fellen um unser kleines Feuerchen herum, aßen Salat und grillten Würstchen am Stock. Und ich bekam endlich die Gelegenheit mit Kamera und Stativ einige Feuerbilder-Experimente zu machen. Es war wunderbar entspannt und gemütlich. Am nächsten Morgen hörten wir den Gesang der Vögel, sammelten noch etwas Bärlauch für die nächsten Tage, verwischten unsere Spuren und fuhren weiter nach Norden.

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Tag 2

Es war, wie am Tag zuvor schönster Sonnenschein. Bei einer kleinen Pause am Waldrand stieß ein Radfahrer zu uns und sprach uns an. Er ist hier heimisch und war auch eine Zeitlang mit Wohnmobil unterwegs und fragte, ob er uns einen Tipp geben darf. Klar darf er! Noch ein Stück weiter in unsere Fahrtrichtung gäbe es einen wunderschönen Parkplatz mit Blick über die Heide. Den sollten wir unbedingt mal besuchen. Eine wirklich nette Begegnung und ein toller Tipp! Wir fuhren zur beschriebenen Stellen und waren begeistert. Der Weg dorthin führte fast einen Kilometer auf einem befestigten Sandweg durch den Wald. Oben angekommen öffnete sich der Blick auf eine weite Heidelandschaft. Wunderschön! Die Heide blühte zwar noch nicht und sah noch recht grau aus, aber trotzdem wunderschön! Die Kids zogen gleich los zum Spielen. Immer wieder kamen Kutschen und Reiter vorbei, was für die drei natürlich auch spannend war.

Heide im April IMG_1126

Wir hatten uns gerade zum Essen (gebratenes Brot mit Würstchen) an einen der Tische vor Ort gesetzt, da kam ein kleiner Transporten angefahren mit der Werbung eines Catering-Service drauf. Heraus kam ein nett aussehender Mann und band sich eine Schürze um. Die Kids wurden ganz unruhig und begannen zu flüstern: „Kann man da was leckeres kaufen?“ „Gibt es da Kuchen?“ Toralf sprach den Mann an und gab die Fragen der Kinder weiter. Es stellte sich heraus, dass er an diesem Nachmittag eine 50 köpfige Gruppe, die mit Kutschen ankommen würde, verköstigen soll. Die Kids waren ein wenig enttäuscht. Sie hatten sehr gehofft, dass wir ein Stück Kuchen kaufen könnten. Wir beobachteten den Mann beim Aufbauen und widmeten uns wieder unserem Essen. Und dann geschah das Highlight des Tages: Der Mann kam mit zwei gefüllten Tellern zu uns. Er brachte uns mit einem Grinsen im Gesicht Kuchen! Leckeren, saftigen Kirschkuchen! „Das fällt nicht auf, wenn die paar Stücke fehlen.“ Meinte er. Das war ein tolles Erlebnis für uns alle! Diese Begegnungen, erst mit dem Radfahrer, der uns ja überhaupt erst dort hin geführt hatte, dann mit diesem netten Kuchenherren. Und dann sprach uns noch ein älteres Paar an. Wir sollten unbedingt noch einmal kommen, wenn die Heide blüht! Und als die Kutschgäste da waren, ihren Kuchen aßen und die Kutschen leer waren, durften unsere drei Kids auf eine der Kutschen klettern und haben sich alles erklären lassen.

Kind auf Stein Runja liegt

Das waren zwei rundherum gelungene Reisetage. Darum lieben wir es mit unserem Bus, ganz langsam unterwegs zu sein!

Kennt ihr das auch? Dieses tolle Gefühl von Freiheit und diese tollen Begegnungen unterwegs? Über eure Berichte in den Kommentaren freue ich mich schon!

Viele Grüße,

Anja

 

Diese Bücher und CDs begleiten uns zur Zeit unterwegs.

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Messer – Größe ist nicht alles

Messer – Größe ist nicht alles

Toralf hat letztens mal in einer schon fast vergessen Kiste auf dem Dachboden gewühlt und mein altes Jagd-Messer zum Vorschein gebracht. Ein klobiges Ding mit ca. 10 cm langer Klinge zum Einklappen. Dieses Messer war das Erste, das ich mir vor ca. 16 Jahren kaufte, als ich begann mich für Wildnisthemen und Natur zu interessieren. Eigentlich kann man mit dem Teil nicht viel mehr anfangen, als tote Tiere zum Ausnehmen zu öffnen. Dafür habe ich es nie verwendet (ich habe nie Tiere erlegt, außer Fische als ich noch Kind war), aber trotzdem war ich damals irre stolz auf dieses Messer.

Klappmesser Jagd
Klappmesser, Jagdmesser

praktisch muss es sein

Je mehr Zeit ich draußen verbrachte, schnitzend und Lagerfeuerholz machend, umso stärker wurde der Wunsch nach einem „ordentlichen“ Messer. In Schweden erstand ich dann mein erstes „Mora-Messer“. Diese Messer sind perfekte Allroundwerkzeuge. Nur filigrane Dinge konnte man auch damit nicht schnitzen. Da aber meine Leidenschaft für das Schnitzen von Schmuckanhängern immer weiter wuchs, musste noch etwas Kleines her. Und irgendwie musste bei mir damals auch alles praktisch und für verschiedene Dinge nutzbar sein, daher wurde meine Sammlung durch ein klassisches Victorinox Taschenmesser ergänzt. Die kleine Klinge ist super geeignet, um feine Schnitzarbeiten auszuführen, Säge, Schere und Schraubenzieher sind auch immer wieder nützlich.

Victorinox
Victorinox Taschenmesser

 

Mit meinem Mann zog dann schließlich auch noch etwas richtig Edles in meine Sammlung ein: Dieses Messer im nordischen Stil hat Toralf nur für mich gebaut! Es besteht aus Maserbirke, Leder und Rentiergeweih. Die Scheide aus Rind- und Fischleder. Es ist wunderschön und für Outdooraktivitäten genau richtig. Auch zum Feuerholz spalten ist es stabil genug.

Königinnenmesser
handgefertigtes „Königinnenmesser“
Birke Baum
geschnitzter Anhänger

Mittlerweile habe ich neben meinem „Königinnenmesser“ und dem Victorinox auch immer ein kleines Schnitzmesser (Dictum) in meiner Tasche. Bei diesem liegt der Griff einfach bequemer in der Hand, als beim Taschenmesser (ich hab mit dem Victorinox oft Blasen bekommen) und durch die schmale Klinge sind noch feinere Arbeiten möglich.

Schnitzmesser klein
Schnitzmesser

Ganz besondere Messer

Dann gibt es in unserer Sammlung noch zwei ganz besondere Messer. Mit diesen kleinen (ebenfalls handgefertigten) Messern hat Toralf damals vor über 3 und 7 Jahren (lange) nach der Geburt unserer beiden jüngsten Kinder die Nabelschnur durchtrennt. Die Reaktionen der Hebammen dabei waren recht spannend, aber es gab nach ausreichender Desinfektion keinen Grund, der gegen die Messer sprach. Jedes der beiden Kinder hat ein eigenes Messer vom Papa gefertigt bekommen. Wenn sie dann später ihren Übergang zum Erwachsenen feiern, bekommen sie jeweils ihr Messer von Toralf als Geschenk mit auf ihren weiteren Weg!

Nabelschnurmesser
Nabelschnurmesser

Kindermesser

Und das ist jetzt nur ein winziger Teil der Messer, die es in unserem Haushalt zu finden gibt. Da Toralf leidenschaftlich gern Messer baut, gibt es sie hier in allen Größen und Varianten. Auch die Kids haben natürlich jeder eins, was genau auf die jeweiligen Bedürfnisse und Fähigkeiten zugeschnitten ist. Unser Kleinsohn (7) ist sicher im Umgang mit dem Messer, aber zum Teil sehr wild, daher ist sein Messer nicht spitz. Das Messer unserer Kleintochter (3) ist kurz und hat keine Spitze. Sie schnitzt seit ca. einem Jahr sicher damit. Das Foto entstand letztes Jahr im Frühling.

Tiri schnitzt
Kleintochter schnitzt
IMG_0846
Die Messer unserer mittleren Kinder

 

Toralfs schlichtes, aber überaus praktisches Kinderschnitzmesser gehört schon in vielen Waldkindergärten in Deutschland zur Grundausstattung! Und er nimmt auch Aufträge an, für jede Art von Messer 😉

Kindermesser natur
Messer Waldkindergarten
Schnitzmesser schwarz rote Scheide
handgefertigtes Schnitzmesser

Auch gebogene Schälmesser, um die Vertiefung von Löffeln zu schnitzen, gehören mittlerweile zur Grundausstattung!

Messer sind also unsere wichtigsten Werkzeuge (neben Beil und Säge) und ohne eins (oder eher mehrere) unterwegs zu sein, ist für uns undenkbar!

Welche Eigenschaften hat eurer Lieblingsmesser und warum? Was macht ihr so mit euren Messern? Auf eure Berichte freue ich mich schon!

Viele Grüße,

Anja

 

 

 

 

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Der Sonne entgegen – Ausflug mit Kids, Bus, Wald und mehr

Der Sonne entgegen – Ausflug mit Kids, Bus, Wald und mehr

klettern im Baum

Am Wochenende ging es bei strahlendem Sonnenschein Richtung Osten – immer der Sonne entgegen! Auf dem ehemaligen Buga-Gelände in Gera trafen wir uns mit Oma und Opa und die Kids konnten ausgiebig den großen Spielplatz vor Ort erkunden.

Interessanterweise können unsere Waldkinder mit einem Spielplatz, wo ja alles irgendwie vorgefertigt ist und einem bestimmten Zweck dienen soll nicht lange etwas anfangen. Es kam, wie es kommen musste: bald fing das Stänkern und Jammern an und der Hunger wurde auch immer größer. Nun ist es aber so, dass wenn wir, wie an diesem Tag mit dem Bus unterwegs sind, die Ansprüche an die Verpflegung deutlich größer werden. Da ist nichts mehr mit dem Butterbrot und einem kalten Würstchen auf die Hand. Nein, da braucht es unbedingt einen heißen Tee, gebratene Würstchen und geröstetes Brot. Im Bus steht ja alles für die Zubereitung zur Verfügung.

Auf in den Wald

Da Oma und Opa dann sowieso zum Mittagessen heim wollten, packten wir alle Kids und alle Sachen wieder in unseren Bus und steuerten einen schönen Waldparkplatz an. Dort gab es dann zur Zufriedenheit aller den gewünschten heißen Tee, gebratene Igelwürstchen, Brot und Äpfel. warme Füsse

Nachdem alle satt und wieder gut durchgewärmt waren, wurde der Wald erkundet. Das ist tausendmal spannender, als ein Spielplatz! Hier kann man sich richtig ausprobieren und seine Grenzen beim Bäume erklettert austesten! Hier gibt es so viel zu entdecken: Die Eicheln und Bucheckern beginnen bereits zu keimen. Wusstet ihr, dass man Bucheckern essen kann und sie wunderbar schmecken? (Bitte roh nur in kleinen Mengen essen, da sie den schwach giftigen Stoff Fagin enthalten!)

Absturz vom Baum

Die Bucheckern brachten mich auf die Idee, mal wieder Wildnispralinen zu machen. Im Mai werde ich beim Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten für interessierte TeilnehmerInnen einen Workshop zum Thema „Naturpralinen – mit Wildfrüchten und Wildkräutern“ anbieten. Und ich wollte im Vorfeld noch ein paar Kreationen ausprobieren. Da kamen die Bucheckern gerade recht! Während also Kleinsohn mit Papa kämpfte und dabei seine neugewonnenen Judokenntnisse festigen konnte, habe ich mit der tatkräftigen Unterstützung meiner Mädels Bucheckern gesammelt. Großsohn wollte (leider) mit seinen 15 Jahren mal wieder nicht mit zum Familienausflug. Er wir dann aber sicher beim Kreieren der Bucheckerpralinen helfen. Pralinen herstellen ist eins seiner Hobbys!

Kind unter Hut

mde

Und so ging es dann vollbepackt mit Eindrücken, Bucheckern und Zufriedenheit in unserem (schon sehr liebgewonnen) Bus zurück nach Hause.

Die Bucheckern wurden schon bald geschält und warten nun auf ihre „Veredelung“. Ich werde euch berichten, wie diese Pralinen entstehen!

Was für Walderlebnisse hattet ihr in letzter Zeit allein oder mit eurer Familie? Ich bin gespannt auf eure Geschichten!

Viele Grüße,

Anja

 

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Noch mehr Spannendes zum Thema Kinder und Naturverbindung findet ihr in den folgenden Büchern:

 

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Sehnsucht nach Me(e)hr – Ausgeknockt

Sehnsucht nach Me(e)hr – Ausgeknockt

Es ist kalt und grau und ich habe Sehnsucht nach Me(e)hr! Großtochter ist seit fast 3 Wochen krank und seit ein paar Tagen auch Kleintochter und natürlich jetzt auch ich! Kann es noch schlimmer kommen? Ach ja, momentan habe ich auch nur eine minimalistische Fotoausstattung zur Verfügung und am Bus konnten wir auch schon eine Weile wetterbedingt nicht weiter arbeiten.

Ich will endlich wieder raus, andere Dinge sehen und fotografieren! Stattdessen sitze ich seit Wochen daheim und pflege erst die Kids und nun mich wieder gesund! Und die Sonne scheint auch seit Tagen nicht und es ist kalt und ungemütlich draussen! Alles Bäh!

Toralf ist heute zumindest mit der schon etwas fitteren Großtochter im Bus unterwegs. Es geht in einen Wildpark nicht weit von hier. Sie hat zu ihrem Geburtstag (vor ein paar Tagen) eine Digitalkamera bekommen und ist nun ganz heiß aufs Fotos machen. Ich bin schon sehr gespannt, was für Bilder sie vom heutigen Ausflug mitbringt!

Zum Glück werden wir alle bald wieder gesund sein und auch die Sonne wird sicher bald wieder scheinen! Das tröstet mich grad etwas über meinen Stubenkoller hinweg. Die Kameraausrüstung wird aber noch eine Weile länger minimalistisch bleiben. Aber hey, besser als nix!

Ich lese vor lauter Sehnsucht gerade alle möglichen Reiseblogs anderer reisenden Familien und freue mich unheimlich auf den beginnenden Frühling! Spätestens dann geht es wieder los! Allerspätestens! So ein Wochenendkurztrip ist schließlich auch nicht zu verachten!

Kennt ihr diese Phasen auch? Ihr wollt einfach nur raus und weg, aber es geht eben grad einfach nicht? Wie geht ihr damit um? Was sind eure Taktiken, um mit der Sehnsucht besser fertig zu werden? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Sonnenuntergang

 

Das Jahresprogramm 2017 ist online

Das Jahresprogramm 2017 ist online

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Jetzt lässt es sich nicht mehr leugnen – der Herbst ist da. Die Zeit für Spaziergänge durch den bunten Herbstwald. Die Zeit für das Wühlen im raschelnden Laub. Die Zeit zum Kastanien und Eicheln sammeln. Sei es zum Basteln, Wäsche waschen oder um etwas Leckeres daraus zu zaubern. Die Zeit für gemütliche Lesenachmittage im kuschelig warmen Wohnzimmer. Und die Zeit zum Erstellen des Jahresprogrammes für 2017.

Wir haben die Zeit genutzt und daher könnt ihr euch unter Termine anschauen, was wir im Jahr 2017 für tolle, spannende und einzigartige Veranstaltungen für euch geplant haben! Erstmals wird es 2017 in den Sommerferien ein Mädchenferiencamp und ein Jungenferiencamp geben. Hier könnt ihr mit den Betreuerinnen bzw. den Betreuern mal ganz unter euch sein und all das tun und bequatschen, was in gemischten Gruppen oft nicht so gut geht.

Unsere Tagesweiterbildungsreihe darf natürlich auch in 2017 nicht fehlen. Ebenso wie die Wildnisbasiskurse und unser Familienwildniscamp zu Himmelfahrt.

Schaut doch mal rein, ob etwas Passendes für euch dabei ist!

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Sich in der Natur zuhause fühlen – Wildnisbasis I

Sich in der Natur zuhause fühlen – Wildnisbasis I

Die Verbindung mit Mutter Natur vertiefen?  Kraft für den Alltag tanken? Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen, die es ermöglichen, für sich selbst zu sorgen?

Dieser Kurs gibt dir die Möglichkeit zu dir und deiner inneren Natur zu kommen. Wahrnehmungsübungen werden deine Sinne schärfen, das Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten kann wachsen. Du lernst, wie du mit einfachen Mitteln in Harmonie mit der Natur leben kannst.

Es handelt sich hier nicht um ein hartes Survivaltraining!

Inhalt

  • Feuer machen mit neuen und alten Techniken

  • Bau einer einfachen Schutzbehausung

  • Wasseraufbereitung

  • Wahrnehmungs- und Sinnesübungen

  • Spuren finden und deuten

  • Essbare Pflanzen bestimmen und verarbeiten

  • Geschirr mit Hilfe des Feuers anfertigen (Glutbrennen)

  • Schleichen und Naturbeobachtung

  • Bogen schießen

  • Naturhandwerk, Schnitzen

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Termin: 14.10. – 16.10.2016

Ort: 07646 Weißbach (SHK)

Preis: 120€ + 40€ UVP (Verpflegung überwiegend aus kontrolliert biologischer Erzeugung)

Anmeldung: per Mail buero@waldmaerchen.de

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Wir arbeiten nach den Lehren und der Philosophie von Tom Brown jr. In folgenden Büchern könnt ihr darüber nachlesen. Sie sind sehr empfehlenswert, aber teilweise leider nicht mehr so einfach zu bekommen.

Tagesweiterbildung „Die magische Pflanzenwelt“

Tagesweiterbildung „Die magische Pflanzenwelt“

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Die Termine der Tagesweiterbildungen verschieben sich um jeweils einen Monat! Im Oktober ist dafür noch ein Termin dazugekommen.

Start ist nun also am 14.05.2016 mit „Die magische Pflanzenwelt“. Pflanzen geben uns alles, was wir brauchen. Wie durch Zauberhand entstehen aus ihnen Schnüre, eine heilende Salbe oder ein leckerer Brotaufstrich. Wir machen uns auf die Suche und entdecken unterschiedlichste Pflanzen und ihre Geheimnisse. Natürlich stellen wir auch selbst Nützliches und Leckeres aus den gefundenen Schätzen her.

Wir treffen uns am 14.05.2016 um 10.00 Uhr am Steinkreuz in Jena.

Bitte meldet euch an! Telefonisch: 036426/201841 oder per Mail: buero@waldmaerchen.de

Alle weiteren Termine findet ihr hier.

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