China – unser Abenteuer beginnt

China – unser Abenteuer beginnt

Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass wir mal in China arbeiten werden, hätte ich dieser Person „nen Vogel gezeigt“! China, das andere Ende der Welt, eine völlig andere Sprache – was sollen wir dort schon tun können! Aber ihr kennt das ja: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Eiskristalle auf Rosmarin

Wir standen grade zur Pinkelpause auf einer Bergkuppe in Spanien. Es war Mitte Februar und es war dort oben echt kalt mit leichtem Schneefall und ekligem Wind. Da kam ein Anruf von einem Herrn Wang und die Anfrage, ob wir uns vorstellen können im April für zwei Wochen nach China zu kommen, um dort chinesische Pädagogen im Elementarbereich naturpädagogisch weiterzubilden.

Auf uns gekommen ist der Herr Wang durch die jährlich stattfindenden Fachtagungen des Bundesverbandes der Natur- und Waldkindergärten bei denen wir seit vielen Jahren Workshops anbieten. Dort hat er uns in unserer Arbeit erlebt.

Wir fanden diese Idee sehr spannend und da es auch möglich war unsere Kinder mitzunehmen, sagten wir zu.

Anfang März waren wir wieder Daheim und stürzten uns in die Vorbereitungen. Das Konzept musste geschrieben und mit Herrn Wang abgestimmt werden, wir brauchten neue Pässe, der unserer Jüngsten musste aktualisiert werden und eine Bleibe für den Hund musste organisiert werden. Zum Glück blieb in all dem Trubel für mich kaum Zeit darüber nachzudenken, dass ich in ein Flugzeug steigen soll. Ich bin noch nie vorher in meinem Leben geflogen und hatte es bis dahin auch nicht wirklich vor. Und nun ein Flug nach China? Über 9 Stunden lang? Nicht dran denken!

Die fertigen Pässe (im Expressverfahren erstellt) mussten dann nach Hamburg zusammen mit den Visaanträgen. Dort ging auch alles ganz schnell und reibungslos. Am Donnerstag vor Karfreitag bekamen wir die Versandmitteilung aus Hamburg – die Pässe sind auf dem Weg zurück zu uns.

12 Tage später waren sie immer noch nicht da! Das konnte jetzt nicht mehr an den Osterfeiertagen liegen. Da die Pässe mit der deutschen Post als Einschreiben verschickt wurden, fragten wir dort nach. Der letzte Stand war, dass dieses Einschreiben in Gera bearbeitet wurde, danach gab es nichts mehr dazu. Es wurde ein Nachforschungsauftrag erstellt, in 4 Wochen sollte das ganze erledigt sein. Problem war nur, dass bereits 6 Tage später unser Flug gehen sollte!

Und jetzt? Ohne Pässe und Visa können wir nicht fliegen!

Toralf klemmte sich ans Telefon und schmiedete einen Plan. Wir können auch mit vorläufigen Pässen fliegen. Die sind an einem Tag fertig. Dummerweise war Mittwoch und da hat unser Einwohnermeldeamt zu. Am Donnerstag ging dann zum Glück alles wie geschmiert. Am Nachmittag hatten wir alle Pässe, der beauftragte Kurierdienst holte sie bei uns ab und am Freitag waren sie 10 Uhr in Hamburg. Da der Visumseintrag aber erst am darauffolgenden Dienstag erfolgen konnte, musste Herr Wang unsere Flüge um zwei Tage nach hinten, auf Mittwoch umbuchen.

Am Mittwoch früh ging es dann ganz früh morgens los nach Hamburg. Wir wollten kein Risiko eingehen und die Pässe lieber persönlich abholen. Irgendwann gegen Mittag waren wir dort und hatten unsere Pässe samt Visa in der Hand. Erstes Aufatmen!

Von Hamburg ging es dann weiter nach Berlin zum Flughafen. Der Flug ging erst abends und wir waren mehr als pünktlich da. Also gerade mit Kindern finde ich diese Empfehlung, dass man 3 h vorher da sein soll irgendwie ungünstig! Es war so langweilig für die Kids, ständig warten und Rumrennen ging auch nicht.

Langeweile auf dem Flughafen

Irgendwann saßen wir dann aber doch im Flugzeug. Und hoben ab. Ich fand es extrem gruselig! Aus dem Fenster schauen ging für mich gar nicht! Auch die Kids fühlten sich nicht so wohl in ihrer Haut. Glücklicherweise hatte jedes von ihnen einen Bildschirm vor sich, auf dem man Filme schauen und Spiele spielen konnte. Damit waren sie erst mal eine ganze Weile beschäftigt.

Es wurde Nacht und das Schlafbedürfnis stieg. Leider war es so eng, dass es fast unmöglich war eine bequeme Schlafposition zu finden, selbst für die Kids! So quälten wir uns mit unruhigem Schlaf und partiellen Alpträumen durch den Flug.

Als wir in Peking ankamen war es dort bereits gegen 11 Uhr. Es war heiß, stickig und dunstig. Nach gefühlten drei Stunden Papierkram und Warten konnten wir den Flughafen endlich verlassen. Herr Wang war mit seinem Vater und seinem Kollegen und zweiten Übersetzer D. gekommen, um uns abzuholen.

Für die ersten Tage waren wir in einer kleinen Pension in einem der ältesten Stadtteile Pekings untergebracht.

In China waren wir nun schon mal. Nun erwarten uns 8 spannende Workshoptage und andere chinesische Besonderheiten!

Fortsetzung folgt….

Tempel in Beijing

 

 

Unsere erste, kleine, wilde Reise mit Kindern und Bus

Unsere erste, kleine, wilde Reise mit Kindern und Bus

bus-am-rennsteig

Die nötigste Grundausstattung ist im Bus verbaut, also ging es nun auf unsere erste, kleine, wilde Reise mit Kindern und Bus. Bei schönstem Sonnenschein starteten wir am Samstag in Richtung Rennsteig. Mit unserer Wanderdüne dauert das natürlich etwas länger als sonst, aber dafür kann man tatsächlich mal was von der Landschaft sehen! Sogar eine Hirschkuh am Straßenrand konnten wir in Ruhe betrachten! Für die Kinder ein tolles Erlebnis. Bei uns Zuhause gibt’s nur Damm-, Reh-, und Muffelwild.

Als wir oben angekommen sind, war es natürlich schon lange dunkel (und frostig kalt). Dank genauer Kenntnisse der Gegend fand Toralf einen schönen Parkplatz am Waldrand für uns. Zum Abendessen gab es Rührei mit Brötchen und einen heißen Tee. Was will ruehreiman mehr? Die Standheizung lief und es war auszuhalten im Bus. Nach dem Essen verlangten unsere Kinder nach ihrem Bett. Ist nicht ungewöhnlich bei uns. Und diesmal war es ja noch mal extra aufregend. Das erste Mal im Bus schlafen, ist schon was Besonderes.

Wir haben hinten im Bus ein großes Doppelstockbett. Die größeren Kids schlafen oben, wir Eltern und die Jüngste unten. Nachdem alle sich unter ihre dicken Decken gekuschelt hatten, verfolgten wir noch eine Weile die Abenteuer des Drachenreiters Ben auf der Suche nach der Feder eines Greifs. (Ich las vor) Und dann blieben auch wir Erwachsenen gleich liegen. Die Standheizung kann nicht ewig laufen, es wurde dann doch sehr schnell kalt im Bus.

Das Bett war relativ bequem, die Nacht trotzdem sehr unruhig. Eins der Kids musste gefühlt stündlich raus zum pinkeln und ich kriegte meine einfach Füße nicht warm! Die Kleine neben mir, war schön warm und schlief friedlich. Also für meine Füße muss ich mir nächstes Mal eine Wärmflasche oder sowas mitnehmen.

Der nächste Morgenblick-aus-luke

Das Licht am Morgen war herrlich. Die Sonne wanderte langsam nach oben und tauchte die Baumwipfel in ein wunderschönes oranges Licht. Das entschädigte allemal für die kalten Füße. Innen vom Dach kratzen die Kids derweil fleißig das Eis, das sich dort über Nacht gebildet hatte. Es war also tatsächlich ziemlich frostig!

Erst mal Heizung an und Tee gekocht. Dann konnte man sich auch aus dem Bett heraustrauen.

Es wurde ein wunderbarer sonniger 2. Advent. Die Kids spielten im Wald und auf den kinder-auf-eiszahlreichen gefrorenen Pfützen, bis wir dann gegen Mittag zum Aufbruch bliesen und uns langsam und gemütlich in Richtung Heimat schaukeln ließen.

Das war der erste Probelauf. In zwei Wochen wollen wir für eine Foto-Reise an die deutsche und polnische Ostseeküste. Einiges muss noch nachgerüstet und angepasst werden im Bus, aber wir sind definitiv schon mal nicht erfroren! 😉  Eine Gasheizung wird auf jeden Fall noch eingebaut und unser Elternbett etwas verlängert, damit Toralf sich auch mal ausstrecken kann.

Wie habt ihr eure erste Reise mit eurem neuen Fahrzeug erlebt? Gab es da auch viele Aha-Erlebnisse?